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Julius Wess-Preis 2017

Verleihung des Julius Wess-Preises 2017 an Prof. Francis Halzen, University of Wisconsin-Madison
Prof. Francis Halzen © EL PAIS/BERNARDO PÉREZ (www.elpais.com)
Prof. Francis Halzen © EL PAIS/BERNARDO PÉREZ (www.elpais.com)
 Prof. Marc Weber, Prof. Elisa Resconi, Prof. Francis Halzen, Prof. Oliver Kraft (v.l.n.r.)
v.l.n.r.: Prof. Marc Weber, Prof. Elisa Resconi, Prof. Francis Halzen, Prof. Oliver Kraft (© DESY)

In Anerkennung seiner herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Astroteilchenphysik und seiner führenden Rolle im internationalen Experiment IceCube wurde Prof. Francis Halzen der Julius Wess-Preis 2017 verliehen.

Francis Halzen wurde 1944 in Belgien geboren und studierte an der Katholischen Universität Löwen Physik, wo er 1969 promovierte. Seit 1972 lehrt er an der Universität von Wisconsin-Madison und ist dort seit 1987 Gregory Breit Distinguished Professor und seit 1991 Hilldale Professor.

Francis Halzen ist ein überragender Wissenschaftler mit einem breiten Forschungsspektrum. Er begann seine Karriere als theoretischer Teilchenphysiker und trug wesentlich zum Verständnis von Streuprozessen im Rahmen der QCD bei. Später erweiterte er sein Forschungsgebiet auf die theoretische und experimentelle Astroteilchenphysik, wo er seit mehreren Jahrzehnten zu den führenden Wissenschaftlern insbesondere auf dem Gebiet der kosmischen Strahlung und der Neutrinophysik zählt. Schon früh in seiner wissenschaftlichen Laufbahn vertrat er die Hypothese der Existenz von Hochenergie-Neutrinos aus kosmischen Quellen wie zum Beispiel von Supernovae.

Die Realisierung seiner wegweisenden Visionen hat Francis Halzen mit größter Energie vorangetrieben. So initiierte er den Bau des Neutrinodetektors AMANDA im südlichen Polareis und setzte sich äußerst erfolgreich für das deutlich größere Folgeprojekt IceCube am Südpol ein. Es gelang ihm, zahlreiche Spitzenforscher zur Mitarbeit zu motivieren und eine ausreichende Finanzierung sicherzustellen. IceCube detektiert Hochenergie-Neutrinos in rund einem Kubikkilometer Eis durch den Nachweis von im Eis hervorgerufener Cherenkov-Strahlung mit hochempfindlichen Photonenvervielfachern. Francis Halzen ist seit 2001 der Sprecher der Kollaboration.

Das wichtigste Resultat der IceCube-Forschung ist der bahnbrechende Nachweis von Hochenergie-Neutrinos bei 1015 eV = PeV Energien im Jahr 2013, die aus noch unbekannten Quellen außerhalb unserer Galaxie stammen. Diese Entdeckung wurde 2013 durch den Breakthrough of the Year Award der Zeitschrift Physics World gewürdigt und motivierte die Planung und Entwicklung noch größerer Neutrino-Teleskope, an denen auch das KIT beteiligt ist. Ein weiteres Ergebnis dieser Forschung ist das Fehlen von Hochenergie-Neutrinos aus starken Pulsen von Gammastrahlung, sogenannten Strahlungsausbrüchen, von weit entfernten Objekten, möglicherweise verschmelzenden Neutronensternen. Dieser Befund schränkt die Erklärungsmöglichkeiten für die Natur dieser rätselhaften Objekte stark ein.

Francis Halzen hat zahlreiche Preise und Ehrungen erhalten, so 2006 den Helmholtz-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung, 2015 den Balzan-Preis und im gleichen Jahr den Preis für Astroteilchenphysik und Kosmologie der Europäischen Physikalischen Gesellschaft. Er ist Ehrendoktor der Universitäten von Uppsala (2005) und Ghent (2013) und Auswärtiges Mitglied der Belgischen Academy of Science KVAB.

 

Presseinformation des KIT

Details zur Preisverleihung am 20. April 2018

Mehr Informationen über den Julius Wess-Preis